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Das Leben von Henry Dunant und die Geschichte des Roten Kreuzes sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb werden auch alle Besucher, die eigentlich die Geschichte des Roten Kreuzes kennen lernen wollten, auf diese Seite geführt.
Henry Dunant wurde am 8. Mai 1828 in Genf geboren.
Er absolvierte eine Banklehre und wurde Reisender in Algerien. Später machte er sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb und Marmorbrüchen in Algerien selbstständig.
Er war Mitglied des Verwaltungsrates einer Genfer Bank.
Außerdem war er noch Schriftsteller.
Seit seiner Jugend hatte er immer wieder besondere, große Ideen.
So wollte er Algerien zur Kornkammer Nordafrikas machen. Die französische Kolonialverwaltung verweigerte ihm aber die Konzession zum Kauf größerer Ländereien.
Man nimmt an, dass er deshalb mit dem französischen Kaiser Napoleon III. sprechen wollte.
Zu dieser Zeit hatte Österreich Oberitalien besetzt. Die verbündeten Streitkräfte von Frankreich und Italien kämpften gegen die Österreicher, um Italien zu befreien.
Henry Dunant reiste Napoleon zu seinen Kriegsschauplätzen nach. Bei Solferino, einem kleinen italienischen Ort, südlich des Gardasees, traf er auf dessen Streitkräfte.
Er wurde Augenzeuge der Schlacht, die hier am 24.06.1859 tobte. Sie war von unvorstellbarer Grausamkeit und dauerte 15 Stunden lang.
Am Abend blieben 40.000 Tote und Verwundete auf den Feldern liegen. Die Verwundeten blieben hilflos und unversorgt ihrem Schicksal überlassen.
Henry Dunant wird zum Mittelpunkt einer Hilfsaktion, die spontan aus der Bevölkerung hervorbricht. Unter seiner Anleitung werden Franzosen, Italiener und Österreicher ohne jeden Unterschied mit aufopfernder Hingabe gepflegt.
Von hier stammt auch der Ausdruck: "Wir sind alle Brüder".
Nach diesen Schreckenstagen fährt Hery Dunant nach Genf zurück, um sich wieder seinen Geschäften zu widmen.
Bald darauf machte er sich daran, seine Erlebnisse in einem Buch festzuhalten, welches heißt: "Eine Erinnerung an Solferino".
Das Buch wurde von ihm selbst und auf eigene Kosten hergestellt und erschien 1862/1863 mit mehreren tausend Stück. Er verteilte es an persönliche Freunde und führende Persönlichkeiten im In- und Ausland.
Durch den Erfolg des Buches ermutigt, reiste Dunant quer durch Europa, von Hauptstadt zu Hauptstadt und warb für seine Idee: Man müsste in jedem Land eine Gesellschaft zur Hilfe an Kriegsverwundeten schaffen und außerdem eine internationale Vereinbarung treffen, welche die Hilfen im Krieg regelt.
Seine Ideen wurden begeistert aufgenommen. Die Zeit war einfach reif für Maßnahmen, die das Leid im Krieg einschränkten. Und die Ideen wurden schon sehr bald in die Tat umgesetzt.
Im Oktober 1863 fasst ein in Genf tagender Kongress einige Beschlüsse, die als Gründungsakt des internationalen Roten Kreuzes gelten. Danach sollen in jedem Land Hilfsgesellschaften gegründet werden, die in Kriegszeiten den Heeressanitätsdienst unterstützen. In Friedenszeiten haben die Hilfsgesellschaften alle Vorbereitungen dazu zu treffen, besonders freiwillige Krankenpfleger auszubilden und materielle Hilfsmittel aller Art bereitzustellen.
Auch unser Zeichen, das Rote Kreuz auf weißem Grund wurde geschaffen.
Im August 1864 wurde in Genf auf einer diplomatischen Konferenz ein Abkommen vereinbart und auch von den ersten Staaten unterzeichnet:
"Genfer Konvention betreffend die Linderung des Loses der im Felddienst verwundeten Militärpersonen"
So, wie das Rote Kreuz immer mehr aufblühte, ging es mit Henry Dunant immer mehr bergab. Seine Geschäfte brachen zusammen. Er wurde geächtet, da auch die Bank, in deren Verwaltungsrat er arbeitete, in seine Geschäfte verstrickt war. Man warf ihm vor, seine Kollegen durch falsche Angaben getäuscht zu haben. Er war finanziell und auch gesellschaftlich ruiniert. Auch sein Rotes Kreuz distanzierte sich von ihm.
Es folgen Jahre in bitterster seelischer und leiblicher Not. Dunant ist wie ein Bettler auf fremde Gnade angewiesen. Dies hält ihn aber nicht davon ab, sich weiter für seine Ideen einzusetzen. Er wird zum ruhelosen Wanderer zwischen verschiedenen Städten in Europa (u.a. Stuttgart), bis er schließlich 1887 in Heiden dauerndes Asyl findet.
Ab 1892 erinnert sich die Welt langsam wieder an Henry Dunant. Es kommt wieder zu Ehren und es geht ihm auch finanziell besser.
Dunant setzt sich noch für das Zustandekommen des zweiten Genfer Abkommens ein, der Erweiterung des Abkommens auf Streitkräfte zur See.
Seine größte Ehrung und seine endgültige Rehabilitierung erfährt Henry Dunant 1901 mit dem Friedensnobelpreis, den er zusammen mit dem Pazifisten Frédéric Passy erhält.
Am 30.10.1910 stirbt Henry Dunant im Alter von 82 Jahren.
Das Rote Kreuz hat sich zu einem großen Wohlfahrtsverband entwickelt. Vielleicht ist es heute die größte Bürgerinitiative der Welt.
Das internationale Rote Kreuz hat sich sieben Grundsätze gegeben, die überall in der Welt geachtet werden.
Quelle: http://www.brk-mittenwald.de
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